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Stammtisch gastiert auf dem historischen historischen Gutshof in Ogrosen
Paradiesisch wohl fühlen sich die ostfriesischen Herdbuch-Schafe in
Ogrosen. Auch einige Besucher des 113. Heimatstammtisches fühlten sich
in ihre Kindheit zurück versetzt. Foto: Stephan Uhlig / stu1
Ogrosen Zum 113. Heimatstammtisch hat der Heimatverein Calau ein Besuch auf Gut Ogrosen mit Rundgang und Führung organisiert. Rund 40 Heimatfreunde aus Calau und Umgebung folgten den Ausführungen von Heiner Lütke Schwienhorst und waren begeistert von der ökologischen Landwirtschaft und glücklichen Tieren.
„Wir müssen gar keine großen Reisen
unternehmen. Interessante Heimatgeschichte finden wir vor der Haustür.
Man muss sie nur aufspüren. Auch diesmal haben wir wieder viele
Neuigkeiten erfahren", sagte Johannes Kamenz, Vorsitzender des
Heimatvereins Calau. Natürlich waren die Besucher auf die Historie
neugierig, aber auch, wie ein solch großer Gutshof heute funktioniert.
Und so schweifte Heiner Lütke Schwienhorst zunächst auch einmal aus in
die Zeit, in der alles begann. „Der Großvater meiner Frau Toni kaufte
das Anwesen im Jahr 1912 und bewirtschaftete es bis zum Kriegsende. Nach
dem Krieg wurden Güter mit mehr als 100 Hektar enteignet. Die Familie
verschlug es dann nach Wuppertal", berichtete Schwienhorst. Nach der
politischen Wende in den neuen Bundesländern pachtete Günter Lüdeke
(Sohn des letzten Privateigentümers Friedrich Lüdeke) den Hof von der
Treuhand und baute ihn zur „ökologischen Höfegemeinschaft" Gut Ogrosen
um. Der gesamte Hof steht unter Denkmalschutz. „Nun habe ich auch noch
eine Ader für alte Bausubstanz, und es war uns wichtig, dass so viel wie
möglich davon erhalten wird. Für mich, der in der ökologischen
Landwirtschaft groß geworden ist, war diese Entscheidung meines
Schwiegervaters eine neue Herausforderung", erläuterte Heiner Lütke
Schwienhorst.
Besonders der Aus- und Umbau des Ferienhauses, wohin die erste Station
des Rundgangs führte, wurde dadurch sehr zeitaufwendig. Aber das
Ergebnis überzeugt. Nach dem Kornspeicher mit Mühle führte der Landwirt
die Gästeschar schließlich auch durch die Ställe. „Ich habe schon lange
nicht mehr solche glücklichen Schweine gesehen", scherzte Matthias
Nerenz, als die quiekenden rosaroten Vierbeiner zur Begrüßung angeflitzt
kamen. „Für die technischen Dinge habe ich mich schon immer
interessiert. Von 1949 bis 1960 war ich in Missen und später in Calau.
Zu Schulzeiten waren wir öfters hier", erzählte Karin Schaller, die
extra aus Cottbus angereist war. „Ich habe mich mächtig gefreut, als
mich meine Schulfreundinnen eingeladen haben. Nach so vielen Jahren
interessiert mich wie sich hier alles verändert hat", so Karin Schaller.
Weit gereist aus Zwickau kamen Silke und Dietmar Weise. „Mein Mann
stammt von hier. Seine Oma hatte hier unten im Schloss gewohnt. Ich
hatte von der Veranstaltung im Internet gelesen. Heute früh habe ich ihn
damit überfallen, und bis hierher wusste er nicht, wohin die Reise
geht. Ich habe auch noch seine Schwester aus Berlin hierher dirigiert",
erzählt Silke Weise freudestrahlend.
Nach Kuhstall, Melkanlage und Käserei ging es mit dem Hofherren in den
Schafstall mit mehr als 100 ostfriesischen Herdbuch-Schafen und Lämmern.
Zur großen Hofanlage, die mit mehr als zehn Hektar sehr weitläufig ist,
gehören auch noch ein Ziegenstall sowie der Schlosspark mit der
Teichanlage sowie das Schloss. Zum Abschluss hatte Toni Lütke
Schwienhorst Appetithäppchen zur Stärkung im Bio-Hofladen parat.
Von Stephan Uhlig
Quelle: Lausitzer Rundschau Seite 14.
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