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2011-04-27 - Heimatfreunde sehen glückliche Tiere Drucken E-Mail
Dienstag, 26. April 2011

Paradiesisch wohl fühlen sich die ostfriesischen Herdbuch-Schafe in Ogrosen. Auch einige Besucher des 113. Heimatstammtisches fühlten sich in ihre Kindheit zurück versetzt. Foto: Stephan Uhlig / stu1

Stammtisch gastiert auf dem historischen historischen Gutshof in Ogrosen
Paradiesisch wohl fühlen sich die ostfriesischen Herdbuch-Schafe in Ogrosen. Auch einige Besucher des 113. Heimatstammtisches fühlten sich in ihre Kindheit zurück versetzt. Foto: Stephan Uhlig / stu1

Ogrosen Zum 113. Heimatstammtisch hat der Heimatverein Calau ein Besuch auf Gut Ogrosen mit Rundgang und Führung organisiert. Rund 40 Heimatfreunde aus Calau und Umgebung folgten den Ausführungen von Heiner Lütke Schwienhorst und waren begeistert von der ökologischen Landwirtschaft und glücklichen Tieren.

„Wir müssen gar keine großen Reisen unternehmen. Interessante Heimatgeschichte finden wir vor der Haustür. Man muss sie nur aufspüren. Auch diesmal haben wir wieder viele Neuigkeiten erfahren", sagte Johannes Kamenz, Vorsitzender des Heimatvereins Calau. Natürlich waren die Besucher auf die Historie neugierig, aber auch, wie ein solch großer Gutshof heute funktioniert. Und so schweifte Heiner Lütke Schwienhorst zunächst auch einmal aus in die Zeit, in der alles begann. „Der Großvater meiner Frau Toni kaufte das Anwesen im Jahr 1912 und bewirtschaftete es bis zum Kriegsende. Nach dem Krieg wurden Güter mit mehr als 100 Hektar enteignet. Die Familie verschlug es dann nach Wuppertal", berichtete Schwienhorst. Nach der politischen Wende in den neuen Bundesländern pachtete Günter Lüdeke (Sohn des letzten Privateigentümers Friedrich Lüdeke) den Hof von der Treuhand und baute ihn zur „ökologischen Höfegemeinschaft" Gut Ogrosen um. Der gesamte Hof steht unter Denkmalschutz. „Nun habe ich auch noch eine Ader für alte Bausubstanz, und es war uns wichtig, dass so viel wie möglich davon erhalten wird. Für mich, der in der ökologischen Landwirtschaft groß geworden ist, war diese Entscheidung meines Schwiegervaters eine neue Herausforderung", erläuterte Heiner Lütke Schwienhorst.

Besonders der Aus- und Umbau des Ferienhauses, wohin die erste Station des Rundgangs führte, wurde dadurch sehr zeitaufwendig. Aber das Ergebnis überzeugt. Nach dem Kornspeicher mit Mühle führte der Landwirt die Gästeschar schließlich auch durch die Ställe. „Ich habe schon lange nicht mehr solche glücklichen Schweine gesehen", scherzte Matthias Nerenz, als die quiekenden rosaroten Vierbeiner zur Begrüßung angeflitzt kamen. „Für die technischen Dinge habe ich mich schon immer interessiert. Von 1949 bis 1960 war ich in Missen und später in Calau. Zu Schulzeiten waren wir öfters hier", erzählte Karin Schaller, die extra aus Cottbus angereist war. „Ich habe mich mächtig gefreut, als mich meine Schulfreundinnen eingeladen haben. Nach so vielen Jahren interessiert mich wie sich hier alles verändert hat", so Karin Schaller.

Weit gereist aus Zwickau kamen Silke und Dietmar Weise. „Mein Mann stammt von hier. Seine Oma hatte hier unten im Schloss gewohnt. Ich hatte von der Veranstaltung im Internet gelesen. Heute früh habe ich ihn damit überfallen, und bis hierher wusste er nicht, wohin die Reise geht. Ich habe auch noch seine Schwester aus Berlin hierher dirigiert", erzählt Silke Weise freudestrahlend.

Nach Kuhstall, Melkanlage und Käserei ging es mit dem Hofherren in den Schafstall mit mehr als 100 ostfriesischen Herdbuch-Schafen und Lämmern. Zur großen Hofanlage, die mit mehr als zehn Hektar sehr weitläufig ist, gehören auch noch ein Ziegenstall sowie der Schlosspark mit der Teichanlage sowie das Schloss. Zum Abschluss hatte Toni Lütke Schwienhorst Appetithäppchen zur Stärkung im Bio-Hofladen parat.

Von Stephan Uhlig

Quelle: Lausitzer Rundschau Seite 14.

 
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