111. Heimatstammtisch in Calau zum Baum des Jahres
Zur ersten Veranstaltung des Jahres hat der Heimatverein Calau traditionell den Baum des Jahres präsentiert. Beim Heimatstammtisch Nr. 111 im »Hotel zur Post« folgten mehr als 25 Gäste der interessanten Vorstellung vom Calauer Naturkundler und Förster i. R. Siegfried Berndt über die Elsbeere, den Baum des Jahres 2011.
Es wird schon ein bisschen
problematisch, wenn in diesem Jahr im Stadtwald wieder der Baum des
Jahres gepflanzt wird. Denn mit der Elsbeere wurde ein Baum gewählt, der
in unseren Breiten kaum vorkommt«, scherzte Matthias Nerenz vom
Heimatverein. Er hatte zum Vortrag von Siegfried Berndt wieder eine
farbenfroh hinterlegte Präsentation gebastelt, die parallel an der
Leinwand den Besuchern viele Details vermittelte.
Siegfried
Berndt nahm die Gäste mit auf eine botanische Zeitreise mit der
Elsbeere. »Von diesem Baum habe ich bislang noch nie etwa gehört.
Deshalb bin ich heute auch hergekommen«, zeigte sich Ortschronist
Christian Lenz wissbegierig.
Siegfried Berndt ging sehr genau auf
die Elsbeere ein, auf ihren Lebensraum, den Wuchs, die Früchte und auf
das edle Holz. »Die Verbreitung der Elsbeere liegt mehr in
Süddeutschland wie Bayern oder Baden-Württemberg, aber auch in
Niedersachsen. Während Bäume eigentlich im Wald wachsen, tritt die
Elsbeere hingegen eher einzeln auf.« Aber nicht nur das Gewächs ist
interessant, sondern auch die Verwendung. Denn das Holz gehört wegen
seiner Härte und Maserung zu den Edellaubhölzern und ist sehr begehrt.
Es wird besonders als Furnier in der Möbeltischlerei sowie im Orgelbau
und für Musik-Instrumente verwendet, erklärte Berndt weiter. Aus den
Elsbeeren werde neben Konfitüre auch ein edler Schnaps gebrannt.
Neben
der Elsbeere als Baum des Jahres hatten die beiden Protagonisten für
den Stammtisch auch noch Ausführungen zum Gartenrotschwanz, dem Vogel
des Jahres, und zum Luchs, dem Wildtier des Jahres, vorbereitet.
Zwar
sind zum Heimatstammtisch die Besucher mit Vogelgezwitscher heimischer
Arten empfangen worden, doch erst wenn tatsächlich der erste
Gartenrotschwanz in Calau gesehen wird, dann ist es Frühling. Diese
gefiderten Gesellen gehören zu den Zugvögeln. Als Besonderheit verwies
Siegfried Berndt auf das Gelege, denn der Gartenrotschwanz legt blaue
Eier.
Die Heimatfreunde erfuhren auch, dass der Luchs nach dem
Bär und dem Wolf das drittgrößte Raubtier in Europa ist. Vorwiegend lebt
er in Skandinavien, den baltischen Staaten sowie in den Karpaten. In
Deutschland sind die Einzelgänger sehr selten und kommen in den Alpen
oder im Bayrischen Wald vor. »Gezielte Ansiedlungen gab es im Harz. Dort
sind heute etwa 30 bis 35 Luchse wieder heimisch geworden«, sagte
Siegfried Berndt. Die Chance, einen Luchs im Urlaub einmal in freier
Wildbahn zu erleben, sei aber sehr gering.
Auch die nächsten
Vorhaben wurden beim Stammtisch besprochen. Schon heute freuen sich die
Heimtatfreunde auf die Wanderung zum Tiebensberg in der Calauer Schweiz
im Herbst. Denn dann hat Siegfried Berndt sicherlich wieder
Interessantes aus der Flora und Fauna parat. Zuvor aber, so verweist
Matthias Nerenz auf die nächsten Termine des Heimatvereins, gibt es eine
Buchlesung auf Gut Dubrau mit Gräfin zu Lynar am 18. Februar und die 7.
Potsdamer Geschichtsbörse am 20. Februar in Potsdam.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Seite 14
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