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2011-01-29 - Botanische Zeitreise mit der Elsbeere Drucken E-Mail
Freitag, 28. Januar 2011

2011-01-29 - Über 25 Naturliebhaber haben dem Bericht von Förster i. R. Siegfried Berndt über den Baum des Jahres, die Elsbeere, interessiert zugehört. Dieser Baum kommt in unserer Gegend allerdings nur sehr selten vor. Foto: Matthias Nerenz / mnn1

111. Heimatstammtisch in Calau zum Baum des Jahres

Zur ersten Veranstaltung des Jahres hat der Heimatverein Calau traditionell den Baum des Jahres präsentiert. Beim Heimatstammtisch Nr. 111 im »Hotel zur Post« folgten mehr als 25 Gäste der interessanten Vorstellung vom Calauer Naturkundler und Förster i. R. Siegfried Berndt über die Elsbeere, den Baum des Jahres 2011. 


Es wird schon ein bisschen problematisch, wenn in diesem Jahr im Stadtwald wieder der Baum des Jahres gepflanzt wird. Denn mit der Elsbeere wurde ein Baum gewählt, der in unseren Breiten kaum vorkommt«, scherzte Matthias Nerenz vom Heimatverein. Er hatte zum Vortrag von Siegfried Berndt wieder eine farbenfroh hinterlegte Präsentation gebastelt, die parallel an der Leinwand den Besuchern viele Details vermittelte.


Siegfried Berndt nahm die Gäste mit auf eine botanische Zeitreise mit der Elsbeere. »Von diesem Baum habe ich bislang noch nie etwa gehört. Deshalb bin ich heute auch hergekommen«, zeigte sich Ortschronist Christian Lenz wissbegierig.

Siegfried Berndt ging sehr genau auf die Elsbeere ein, auf ihren Lebensraum, den Wuchs, die Früchte und auf das edle Holz. »Die Verbreitung der Elsbeere liegt mehr in Süddeutschland wie Bayern oder Baden-Württemberg, aber auch in Niedersachsen. Während Bäume eigentlich im Wald wachsen, tritt die Elsbeere hingegen eher einzeln auf.« Aber nicht nur das Gewächs ist interessant, sondern auch die Verwendung. Denn das Holz gehört wegen seiner Härte und Maserung zu den Edellaubhölzern und ist sehr begehrt. Es wird besonders als Furnier in der Möbeltischlerei sowie im Orgelbau und für Musik-Instrumente verwendet, erklärte Berndt weiter. Aus den Elsbeeren werde neben Konfitüre auch ein edler Schnaps gebrannt.

Neben der Elsbeere als Baum des Jahres hatten die beiden Protagonisten für den Stammtisch auch noch Ausführungen zum Gartenrotschwanz, dem Vogel des Jahres, und zum Luchs, dem Wildtier des Jahres, vorbereitet.

Zwar sind zum Heimatstammtisch die Besucher mit Vogelgezwitscher heimischer Arten empfangen worden, doch erst wenn tatsächlich der erste Gartenrotschwanz in Calau gesehen wird, dann ist es Frühling. Diese gefiderten Gesellen gehören zu den Zugvögeln. Als Besonderheit verwies Siegfried Berndt auf das Gelege, denn der Gartenrotschwanz legt blaue Eier.

Die Heimatfreunde erfuhren auch, dass der Luchs nach dem Bär und dem Wolf das drittgrößte Raubtier in Europa ist. Vorwiegend lebt er in Skandinavien, den baltischen Staaten sowie in den Karpaten. In Deutschland sind die Einzelgänger sehr selten und kommen in den Alpen oder im Bayrischen Wald vor. »Gezielte Ansiedlungen gab es im Harz. Dort sind heute etwa 30 bis 35 Luchse wieder heimisch geworden«, sagte Siegfried Berndt. Die Chance, einen Luchs im Urlaub einmal in freier Wildbahn zu erleben, sei aber sehr gering.

Auch die nächsten Vorhaben wurden beim Stammtisch besprochen. Schon heute freuen sich die Heimtatfreunde auf die Wanderung zum Tiebensberg in der Calauer Schweiz im Herbst. Denn dann hat Siegfried Berndt sicherlich wieder Interessantes aus der Flora und Fauna parat. Zuvor aber, so verweist Matthias Nerenz auf die nächsten Termine des Heimatvereins, gibt es eine Buchlesung auf Gut Dubrau mit Gräfin zu Lynar am 18. Februar und die 7. Potsdamer Geschichtsbörse am 20. Februar in Potsdam.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Seite 14
 
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