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2010-11-20 - Calauer unterwegs auf alten sächsischen Straßen Drucken E-Mail
Freitag, 19. November 2010

Die Auslagen der Schmettauischen Kartenwerke zogen besonders das Interesse der Calauer Heimatfreunde auf sich, die den Ausführung von Hans Kober (3. von rechts) aufmerksam folgten. Foto: Matthias Nerenz/mnn2 Foto: Matthias Nerenz/mnn2Experten erkunden die Geschichte des Postwesens in der Region

Beim Heimatstammtisch Nr. 110 waren die Calauer Heimatfreunde auf „alten sächsischen Straßen .. .« unterwegs, allerdings eher virtuell. Im Hotel zur Post hielt Heimatfreund und Experte für Postgeschichte Hans Kober, kürzlich einen Vortrag zur Entstehung des Verkehrswegenetzes unter der einstigen sächsischen und später preußischen Herrschaft.

Mehr als 25 Heimatfreunde und Gäste aus der Umgebung staunten über die umfangreichen Ausführungen von Hans Kober. Es ging entlang »alter sächsischer Straßen in der Niederlausitz«. Schon mehrfach hatte Hans Kober aus seiner Studie »Die Niederlausitzer und ihre sächsisch-preußische Postgeschichte bis 1871« Abende gestaltet. Interessiert aufgenommen wurde die Auslagen der Schmettauischen Kartenwerke, also Landvermessungen durch den königlich preußischen Oberst Graf v. Schmettau in Diensten von Friedrich des Großen, die er von 1767 bis 1787 aufgenommen und zusammengetragen hatte. »Vergleiche zu den heutigen Straßenführen zeigen, dass es vor rund 200 Jahren noch ganz andere Verbindungen gab, die aber später keine strategische Bedeutung mehr hatten«, sagte Matthias Nerenz. Neben der Landvermessung und dem Chausseebau wurden die Postmeilensäulen zum Hauptthema des Abends, zumal auch Calau mit der mehrfach sanierten und veränderten Postmeilensäule im Fokus stand. »Der Ursprung der Calauer Postsäule ist kursächsisch. Aber ansonsten hat sie ähnlich wie Altdöbern nicht mehr viel von ihrer wahrscheinlich einstigen Form.«, sagte Autor Hans Kober. Leider gibt es keinen Nachweis, wann die Calauer Säule errichtet wurde. In der Niederlausitz wurden in 22 Städten kursächsische Postmeilensäulen aufgestellt, sieben sind noch erhalten. Andere Säulen, wie in Senftenberg oder Dahme sind Nachbildungen. Fritz Hesse aus Lübbenau, der sich seit mehr als 15 Jahren mit der Geschichte seiner Stadt und ganz besonders mit Postsäulen beschäftigt, übergab Hans Kober eine Kopie von Schriftsätzen, die er im Historischen Archiv in Potsdam gefunden hat. Vielleicht lassen sich daraus auch neue Erkenntnisse für die Calauer Säule ableiten.

Stephan Uhlig/stu1

Quelle: Lausitzer Rundschau - Seite 17

 
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