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2010-05-22 - Mit dem Schusterjungen auf dem Witze-Rundweg Drucken E-Mail
Samstag, 22. Mai 2010

Eine Idee des Heimatvereins Calau zum Witze-Rundweg, der im Tourismusausschuss diskutiert wurde. Zu sehen ist eine Wettersäule, an die sich ein Schusterjunge lehnt. Eine ähnliche Säule hat es früher am Röhrkasten auf dem Marktplatz gegeben. Foto/Repro: Heimatverein Calau/Nerenz Ideen zur Gestaltung eines Witze-Rundwegs in der Calauer Innenstadt sind in einer Sondersitzung des Tourismusausschusses diskutiert worden. Grundlage waren die sieben Entwürfe, die Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) vorgelegt hatten (die RUNDSCHAU berichtete). Alle Fraktionen stimmten zu, dass an der Gestaltung eines Schusterjungen als Symbol am Rundweg, an der Gestaltung einer zentralen Info-Säule und an Fußabdrücken, die durch die Stadt leiten, gearbeitet werden soll.

Den Weg in den Schulungsraum der Sparkasse Niederlausitz hatten nur wenige Calauer gefunden. So blieben Abgeordnete und Stadtverwaltung weitgehend unter sich in der Beratung, die zusätzlich in den Sitzungskalender aufgenommen worden war, um Calauern nach der Ausstellung der Studenten-Entwürfe ein Diskussionsforum zu geben.

Drogist Heiko Petrick regte an, dass ähnlich wie in den Nachbarstädten für Touristen ein Flyer ausliegen sollte, der über Ausflugsziele in den umliegenden Orten informiert. »Die Informationen sollten gebündelt sein. Wir werden im Laden immer wieder von Besuchern angesprochen, die wissen wollen, welche Sehenswürdigkeiten es gibt«, sagte er. Marion Goyn, Geschäftsführerin der Wohn- und Baugesellschaft Calau (WBC), griff diese Anregung auf: »Wenn wir Anfang Juli unser neues Kundencenter eröffnen, dann legen wir das Info-Material gern aus.«

Der Heimatverein Calau schlug vor, dass an der Ecke Cottbuser Straße/Töpferstraße eine Info-Säule stehen könnte. »Eine historische Wettersäule, wie sie auf einer alten Postkarte zu sehen ist, könnte das Vorbild sein«, sagte Matthias Nerenz, Geschäftsführer des Heimatvereins. Weitere Info-Tafeln könnten am Heimatmuseum, an der Ausstellung »Mobile Welt des Ostens«, am Bahnhof und anderen markanten Punkten stehen. Eine Führung per Fußabdrücke, wie sie in mehreren Studenten-Entwürfen vorgeschlagen werden, sei nicht unbedingt nötig. »Kleine Info-Tafeln mit Kalauern und über die Historie, ähnlich wie in Vetschau, sind für Calau ausreichend und kostengünstig«, sagte Matthias Nerenz. Wünschenswert sei auch eine Beschilderung an der Autobahn, die auf die Stadt der Kalauer hinweist. Erlebnisspiele, technische Spielereien seien zu teuer und Bilderwitze zu aufwändig und nicht sicher vor Vandalismus.
Eine Auflistung von historisch interessanten Gebäuden und jeweils dazu kurze Informationen legte Sybille Karwath von der Stadtverwaltung vor. »Wenn verbindliche Kostenvoranschläge für die Schilder oder Figuren eingeholt werden, dann müssen vorher Größe und Material konkret feststehen«, sagte sie. Und sie betonte, dass Calau mit seiner ringförmigen Anlage für einen Rundweg ideal sei. »Das hat nicht jede Stadt aufzuweisen«, betonte sie.

Diplom-Psychologin Diana Tietze, Niederlassungsleiterin der Horizonte Sozialwerk GmbH, brachte die Lübbenauer Werkstatt ins Spiel, die am 27. Mai eröffnet werden soll. »Aufsteller wie auch Schusterjungen in verschiedenen Größen könnten aus langlebigem Holz gebaut werden«, sagte sie.

»Wir sollten im Kleinen anfangen und dann schrittweise den Rundweg erweitern«, sagte Dieter Garlich (CDU). »Was ist bezahlbar? Auch die Haltbarkeit ist zu bedenken«, sagte er. Ebenso Ausschussvorsitzender Mario Dannenberg (Linke) sprach sich dafür aus, dass der Witze-Rundweg Stück für Stück umgesetzt wird. »30 000 Euro sind in diesem Jahr im Haushalt vorgesehen«, sagte er. »Wir sollten in der nächsten Woche in der Stadtverordnetenversammlung den Beschluss fassen, wie Calau weiter vorgehen will. Sonst kommen wir in die Sommerpause und verlieren wieder Zeit«, betonte Mario Dannenberg. »Der Prozess muss in Gang gebracht werden. Das Thema ist der Witze-Rundweg, das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren«, betonte Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). »Die Internetdomäne ,Witzerundweg' gehört schon der Stadt Calau«, informierte Hauptamtsleiter Frank Böttner.

Von Ingrid Hoberg

Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokalteil

 
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