Zur Startseite
Startseite arrow Pressespiegel arrow 2010 arrow 2010-04-07 - Zugpferd im Mehrspänner
2010-04-07 - Zugpferd im Mehrspänner Drucken E-Mail
Mittwoch, 7. April 2010

Wir suchen mit Ihrer Hilfe, liebe Leser, jeweils aus drei Vorschlägen einen Menschen des Monats, um im Januar 2011 den Menschen des Jahres küren zu können in einer Leserwahl. Es sind Spreewälder, die uneigennützig für andere da sind, die es verdient haben, öffentlich gewürdigt zu werden. Mensch des Monats wurde Manuel Meier aus Sellendorf. Diesmal suchen wir den Menschen des Monats April. Heute stellen wir vor: Johannes Kamenz aus Calau.

Johannes Kamenz, Vorsitzender des Heimatvereins Calau, blättert im Heimatkalender 2010. Foto: U. HegewaldJohannes Kamenz, Vorsitzender des Heimatvereins Calau, blättert im Heimatkalender 2010. Foto: U. Hegewald

„Es vergeht kaum ein Tag, ohne ehrenamtliches Engagement“, sagt Johannes Kamenz. Bescheidenheit schwingt in den Worten des Calauers mit, der im Heimatverein den Vorsitz hat und seit 2001 auch Mitglied der deutschlandweit wirkenden Gesellschaft der Heidefreunde ist. Die ehrenamtliche Arbeit bereite ihm Freude, zumal ihm couragierte Mitstreiter zur Seite stehen.An seine Kindheit erinnert sich der in Calau aufgewachsene Johannes Kamenz noch sehr genau. Mit in Calau bekannten Leuten wie Heinz Jurisch (1935-2009) und Hans Kober drückte er gemeinsam die Schulbank und unternahm Entdeckungstouren in Calau. „Geschichte zählte zu meinen Lieblingsfächern“, bekennt der 73-Jährige, der sich in seinem Heimatort erst spät ehrenamtlich engagierte. „Ich war ja immer nur mit Unterbrechungen Calauer und hätte ein Ehrenamt nicht richtig bekleiden können“, sagt er und erklärt das mit seiner Auslandstätigkeit, die ihn von 1960 bis 1991 auf Baustellen auf drei Kontinente führte. Dort war Johannes Kamenz als Bauleiter der Elektro-Branche ein gefragter Mann, der berufliche Reisen nutzte, um Land und Leute kennenzulernen.„Friede ist das höchste Gut der Menschheit“, betont er. Prägend für seine Lebenseinstellung waren die Geschehnisse am 19. April 1945, die er als Neunjähriger miterlebte. Es war der Kriegstag, an dem sein Vater Otto neben weiteren zwölf Calauern von Soldaten der Roten Armee erschossen worden war. Im Jahr 2006 ist auf Initiative des Calauer Heimatvereins die Bronzetafel „Zum Gedenken den Opfern von Krieg und Willkür“ angefertigt worden, die an das schreckliche Ereignis erinnert.
Der Heimatverein war es auch, in dem Johannes Kamenz nach einem erfüllten Berufsleben ein neues Betätigungsfeld fand. „Heinz Jurisch hatte mich immer wieder um Mitarbeit gebeten, und ich sah darin eine gute Gelegenheit, die Heimatstadt wiederzuentdecken. Ich wollte nach den langen Jahren im Ausland wieder ein richtiger Calauer werden“, begründet er seinen Entschluss, im Jahr 1999 Mitglied des Heimatvereins Calau zu werden. Zwei Jahre später wurde er in den Vorstand gewählt – eine zeitaufwendige Arbeit nahm ihren Lauf. Die drei Filme „Calau merkenswert“, „Calauer Schweiz“ und „Festumzug 725 Jahre Calau“ sind ebenso unter seiner Mitwirkung entstanden wie der seit 2004 jährlich erscheinende „Calauer Heimatkalender“. Der Vereinsvorsitzende relativiert: „Ohne das Mitziehen engagierter Mitglieder und Freunde des Heimatvereins ist Vereinsarbeit nicht zu schultern.“ Stellvertretend nennt er Hans Kober, Hans-Jürgen Hanisch, Matthias Nerenz, Gerd-Uwe Lehnigk, Kirsten Petras, Reinhard Bareinz, Siegfried Berndt und Christian Lenz. Bei ehrenamtlicher Vereinsarbeit sei es wie bei einem Mehrspänner – es bedarf neben den Zugpferden weiterer Kräfte, um Dinge ins Rollen zu bringen und um gemeinsam etwas bewegen zu können.

Befragt nach den Wünschen für Calau antwortet Johannes Kamenz: „Ich hoffe, dass sich das Calauer Vereins- und Geschichtshaus Am Gericht 14 gut entwickelt, von den Calauern und seinen Gästen angenommen und mit Leben gefüllt wird.“
Von Uwe Hegewald

Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokalteil

 
< zurück   weiter >
Administration | Inhaltsverzeichnis | Kontakt