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Wir suchen mit Ihrer Hilfe, liebe Leser, jeweils aus drei Vorschlägen einen Menschen des Monats, um im Januar 2011 den Menschen des Jahres küren zu können in einer Leserwahl. Es sind Spreewälder, die uneigennützig für andere da sind, die es verdient haben, öffentlich gewürdigt zu werden. Mensch des Monats wurde Manuel Meier aus Sellendorf. Diesmal suchen wir den Menschen des Monats April. Heute stellen wir vor: Johannes Kamenz aus Calau.
Johannes Kamenz, Vorsitzender des Heimatvereins Calau, blättert im Heimatkalender 2010. Foto: U. Hegewald
„Es vergeht kaum ein Tag, ohne ehrenamtliches Engagement“, sagt Johannes
Kamenz. Bescheidenheit schwingt in den Worten des Calauers mit, der im
Heimatverein den Vorsitz hat und seit 2001 auch Mitglied der
deutschlandweit wirkenden Gesellschaft der Heidefreunde ist. Die
ehrenamtliche Arbeit bereite ihm Freude, zumal ihm couragierte
Mitstreiter zur Seite stehen.An seine Kindheit erinnert sich der in
Calau aufgewachsene Johannes Kamenz noch sehr genau. Mit in Calau
bekannten Leuten wie Heinz Jurisch (1935-2009) und Hans Kober drückte er
gemeinsam die Schulbank und unternahm Entdeckungstouren in Calau.
„Geschichte zählte zu meinen Lieblingsfächern“, bekennt der 73-Jährige,
der sich in seinem Heimatort erst spät ehrenamtlich engagierte. „Ich war
ja immer nur mit Unterbrechungen Calauer und hätte ein Ehrenamt nicht
richtig bekleiden können“, sagt er und erklärt das mit seiner
Auslandstätigkeit, die ihn von 1960 bis 1991 auf Baustellen auf drei
Kontinente führte. Dort war Johannes Kamenz als Bauleiter der
Elektro-Branche ein gefragter Mann, der berufliche Reisen nutzte, um
Land und Leute kennenzulernen.„Friede ist das höchste Gut der
Menschheit“, betont er. Prägend für seine Lebenseinstellung waren die
Geschehnisse am 19. April 1945, die er als Neunjähriger miterlebte. Es
war der Kriegstag, an dem sein Vater Otto neben weiteren zwölf Calauern
von Soldaten der Roten Armee erschossen worden war. Im Jahr 2006 ist auf
Initiative des Calauer Heimatvereins die Bronzetafel „Zum Gedenken den
Opfern von Krieg und Willkür“ angefertigt worden, die an das
schreckliche Ereignis erinnert.
Der Heimatverein war es auch, in dem Johannes Kamenz nach einem
erfüllten Berufsleben ein neues Betätigungsfeld fand. „Heinz Jurisch
hatte mich immer wieder um Mitarbeit gebeten, und ich sah darin eine
gute Gelegenheit, die Heimatstadt wiederzuentdecken. Ich wollte nach den
langen Jahren im Ausland wieder ein richtiger Calauer werden“,
begründet er seinen Entschluss, im Jahr 1999 Mitglied des Heimatvereins
Calau zu werden. Zwei Jahre später wurde er in den Vorstand gewählt –
eine zeitaufwendige Arbeit nahm ihren Lauf. Die drei Filme „Calau
merkenswert“, „Calauer Schweiz“ und „Festumzug 725 Jahre Calau“ sind
ebenso unter seiner Mitwirkung entstanden wie der seit 2004 jährlich
erscheinende „Calauer Heimatkalender“. Der Vereinsvorsitzende
relativiert: „Ohne das Mitziehen engagierter Mitglieder und Freunde des
Heimatvereins ist Vereinsarbeit nicht zu schultern.“ Stellvertretend
nennt er Hans Kober, Hans-Jürgen Hanisch, Matthias Nerenz, Gerd-Uwe
Lehnigk, Kirsten Petras, Reinhard Bareinz, Siegfried Berndt und
Christian Lenz. Bei ehrenamtlicher Vereinsarbeit sei es wie bei einem
Mehrspänner – es bedarf neben den Zugpferden weiterer Kräfte, um Dinge
ins Rollen zu bringen und um gemeinsam etwas bewegen zu können.
Befragt nach den Wünschen für Calau antwortet Johannes Kamenz: „Ich
hoffe, dass sich das Calauer Vereins- und Geschichtshaus Am Gericht 14
gut entwickelt, von den Calauern und seinen Gästen angenommen und mit
Leben gefüllt wird.“
Von Uwe Hegewald
Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokalteil
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