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Innenstadt, den 25.02.2008
Hunderte Interessierte drängten sich gestern um die 70
Stände der 4. Geschichtsbörse im Kutschpferdestall. 17 Verlage aus der Region
zeigten außerdem in der Manege ihre Publikationen. „Das hat sich großartig
entwickelt", sagte Gert Streidt, Leiter des Hauses der
Brandenburg-Preußischen Geschichte. Als er die Geschichtsbörse vor vier Jahren
ins Leben gerufen habe, kamen lediglich 34 Aussteller; heute sei der
Kutschpferdestall fast schon zu klein für die Veranstaltung. Kulturministerin
Johanna Wanka (CDU) hob zur Eröffnung die Bedeutung der Historiker für die
Bewahrung der brandenburgischen Geschichte hervor: „Durch Forschungen und
Veröffentlichungen sowie durch großes Engagement tragen Historikerinnen und
Historiker dazu bei, dass die kleinen und großen Ereignisse der
brandenburgischen Geschichte nicht vergessen werden." Archivdienstleister
wie das „Büro mit dem historischen Gedächtnis" von Lothar Uebel aus
Berlin-Kreuzberg oder „Archivgut" von Brigitta Hafiz aus Potsdam
präsentierten ihre Angebote. Viele Vereine werden immer wieder in den Archiven
fündig und befördern neue historische Erkenntnisse zutage. So hat die
Arbeitsgemeinschaft „Modell-Fort Sanssouci e.V." im Krupp-Archiv in Essen
gestöbert und die Original-Pläne für den so genannten Prinzenspielplatz, den
derzeit immer noch der Rasen bedeckt, hervorgeholt. Auf der Geschichtsbörse
zeigte der Verein das Modell der Anlage, die laut einer Vereinbarung mit der
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten restauriert werden soll. Wie
Vereinsvorsitzender Peter Feist erläutert, werde an der Stelle der
zugeschütteten Modell-Festungsanlage im Park Sanssouci eine Tafel mit den
wichtigsten Informationen zum Modell-Fort aufgestellt. Und „wenn Geld da
ist", soll die Anlage ausgegraben und wieder hergestellt werden.
Volker Punzel, Projektkoordinator der Geschichtsbörse, sieht
den Sinn der Veranstaltung darin, dass die in der Region tätigen Vereine und
Initiativen eine Möglichkeit erhalten, sich zu präsentieren und miteinander ins
Gespräch zu kommen. Die Sache sei so erfolgreich, dass er für den 22. Februar
2009 bereits die 5. Geschichtsbörse vorbereite.
„Hier sind höchstens ein Zehntel der im Land tätigen Vereine vertreten",
meint Paul Pöschk vom Förderverein Kulturlandschaft Niederlausitz, der sich
unter anderem um die Bewahrung des Gesichtes der historischen Dörfer kümmert.
„Durch Zufall" habe er über den Heimatverein Calau von der Geschichtsbörse
erfahren und sei zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern mit dem Bus nach
Potsdam gekommen. Fahrpreis: zehn Euro plus Stadtrundfahrt.
Wenn tatsächlich noch wesentlich mehr Anmeldungen kommen als bisher, kämen die
Veranstalter wahrscheinlich in Schwierigkeiten. „Bisher mussten wir noch
niemanden abweisen", sagt Punzel. „Unsere räumlichen Möglichkeiten sind
hier am Neuen Markt begrenzt", bemerkte er bei aller Freude über die große
Resonanz.
Weitere Informationen:
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Text: PNN
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