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2007-08-24 - Spannend für Bücherwürmer und Internetsurfer Drucken E-Mail
Montag, 3. September 2007

Letzte RUNDSCHAU-Sommertour führte in die Calauer Bibliothek

Die letzte RUNDSCHAU-Sommertour in diesem Jahr hat Neugierige in die neue Calauer Stadtbibliothek geführt. In den Räumen in der Straße der Jugend bietet die Bibliothek jetzt gute Voraussetzungen, um alle Medien zugänglich zu machen, geordnet in 24 Hauptgruppen. Mit Computerarbeitsplätzen und Internetzugang liegt die Bibliothek im Trend. Besonderes Interesse galt allerdings dem neu eingerichteten Lesezimmer mit dem Stadtarchiv, in das Bibliotheksleiterin Steffi Clemens Einblick gewährte.

VON STEPHAN UHLIG

Einige Besucher waren von weit her zur RUNDSCHAU-Sommertour nach Calau gekommen. Allesamt waren von der Gestaltung der neuen Räume und den vielfältigen Möglichkeiten begeistert. „Es ist schon sehr schön, wie sich die Bibliothek entwickelt hat", sagte Alfred Weise aus Zwietow, der von 1952 bis 1991 die Gemeindebibliothek in Ogrosen leitete, und ergänzt: „Ich bin nach wie vor mit Büchern eng verbunden. Ogrosen hatte 70 eingetragene Leser und alle 14 Tage wurden die Bücher getauscht."
Steffi Clemens stellte zunächst die Bibliothek vor. „In der Cottbuser Straße hatten wir nur 68 Quadratmeter zur Verfügung. Da waren viele Bücher ausgelagert und standen nur auf Anfrage zur Verfügung. Jetzt können wir mehr als 300 Quadratmeter nutzen", erklärte sie. Durch den Umzug sind nun auch Führungen, Lesungs- und Autorenabende sowie Veranstaltungen mit Schulklassen möglich.
Heute stehen dem Leser rund 5 000 Medien zur Verfügung. Dazu gehören zahlreiche Zeitschriften, elektronische Medien wie Hörspiele, CD-ROM und DVD. Alle Bücher sind datentechnisch erfasst und können nach einem Stichwortverzeichnis per Klick im Computer gesucht werden. „Das erspart uns aufwendige Sucharbeit, und wir können unsere Leser schnell bedienen", sagte die Leiterin.Nach der Vorstellung der einzelnen Räume zeigte Steffi Clemens den Besuchern auch die Computer-Arbeitsplätze mit Internet-Anschluss. „Sie werden sehr häufig genutzt, besonders zum Schreiben von Bewerbungen und zum Recherchieren im Internet. Eine halbe Stunde wird mit einem Euro berechnet", sagte sie.In separaten Räumen sind die Kinderbücher und die Jugend-Ecke eingerichtet. Das interessierte besonders den zehnjährigen Niclas Kerger aus Luckau, der bei seiner Oma zu Besuch ist: „Ich wollte mir das mal ansehen und gucken, was es hier gibt. Wenn ich wieder zu Besuch bin, kann ich mir auch mal etwas ausleihen."Das größte Besucherinteresse galt aber der neu eingerichteten Lesestube mit dem Calauer Stadtarchiv. Zwar wird dies noch gemeinsam mit dem Calauer Heimatverein aufgebaut, doch kann die Bibliothek bereits auf eine stattliche Sammlung historischer Schriften und Chroniken verweisen. „Ich interessiere mich besonders für die Geschichte von Laasow und hoffe natürlich, hier etwas Neues zu finden", sagte Andreas Tartz. Genauso begeistert zeigte sich Werner Otto aus Senf-tenberg: „Für mich trifft das auch zu. Ich stamme aus Luckaitz und forscheüber die Geschichte des Ortes. Durch so ein Archiv ergeben sich vielleicht neue Quellen." Und gleich eine Voranmeldung vereinbarte Günter Noatsch aus Lübbenau. Er war zur Sommertour gemeinsam mit seiner Frau geradelt, weil er erfahren hat, dass ab dem Jahr 1970 die RUNDSCHAU mit der Calauer Lokalausgabe dort gebunden vorliegt. „Ich beschäftige mich mit der Lübbenauer Neustadt und mit Bergbau. Viele Archive sind zwar da, aber leider meist nicht zugänglich oder nur unter schwierigen Umständen. Mit dem Lesezimmer haben die Calauer ganz tolle Möglichkeiten", lobte der Lübbenauer. Weiterhin sind historische Heimatkalender von 1914 oder aus den 20er-Jahren archiviert und zahlreiche Jahrgänge des Calauer Kreisblattes. All diese Schriften zählen zur „nichtausleihbaren Literatur" und können nach vorheriger Anmeldung eingesehen werden.Dietmar Kschieschow, der schon viele Gäste mit seiner Führung auf den Calauer Kirchturm begleitet hat, war überrascht: „Hier sind in einem ganzen Hefter viele Artikel zur Kirche gesammelt. Da erfahre ich sicherlich auch noch Neuigkeiten. Das werde ich mir garantiert noch einmal in Ruhe ansehen." Und Gerd-Uwe Lehnigk, der sich ebenfalls für die Calauer Geschichte interessiert, erklärte: „Das ist ein echter Fortschritt. Damit können auch private Nachlässe gerettet werden, die hier im Archiv den Calauern erhalten bleiben." Abschließend hatte er auch noch einen echten Kalauer parat: Ein Buch hat immer noch einen Vorteil - man kann es unter den Tisch legen, wenn er kippelt.

Quelle: Lausitzer Rundschau 

 
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